CARE: Der ethische Webseiten-Check
Mit dem BFSG und dem DSA sind Unternehmen verpflichtet, digitale Angebote barrierefrei zu gestalten und Dark Patterns zu unterlassen. Unser CARE-Check prüft eure Webseite auf kognitive Hürden, Inklusion und Ethik, bevor sie zu einem Problem werden können.
Was ist der CARE-Check?
Unser CARE-Check (bzw. Audit) zeigt euch, ob eure Website oder App wirklich funktioniert – nicht nur technisch, sondern für die Bedürfnisse von Menschen.
Wir schauen uns eure wichtigsten Seiten oder Prozesse an (z.B. Spendenprozess, Bewerbungsformular, Kursanmeldung) und prüfen sie entlang von vier Dimensionen:
Cognitive · Accessible · Responsible · Ethical – kurz: CARE
Wir prüfen Eure Inhalte also auf Barrierefreiheit, sowie eine Reihe von nachteiligen Design Entscheidungen, die auch unabsichtlich angewendet werden können, wie z.B. manipulative Design-Tricks (sog. Dark Pattern), kognitive Überladung sowie exkludierende Inhalte, die ethisch problematisch sein können.
Anschließend bekommt Ihr einen Report mit konkreten Handlungsempfehlungen – verständlich, umsetzbar, priorisiert. Kein Buzzword-Bingo, sondern klare Antworten: Was ist das Problem? Warum ist das ein Problem? Und wie beheben wir es?
Für wen ist der CARE-Check gedacht?
Das CARE-Audit richtet sich an Organisationen, die Verantwortung übernehmen wollen – nicht nur funktional, sondern gesellschaftlich:
- Social-Impact-Startups & wertegetriebene Unternehmen (ESG, Purpose-driven)
- NGOs & soziale Initiativen
- Hochschulen & Bildungseinrichtungen
- Politische Organisationen & Stiftungen
- Städtische & kommunale Unternehmen (z. B. Stadtwerke, Wohnungsgesellschaften, Verkehrsbetriebe)
Die vier CARE-Dimensionen
Cognitive – Überfordern wir Menschen?
Stellt euch vor, jemand will bei euch spenden. Aber eure Spendenseite zeigt 12 Betragsoptionen, acht Pflichtfelder und drei Checkboxen gleichzeitig. Die Person ist überfordert, klickt frustriert weg – und spendet nicht.
Das Problem: Zu viele Informationen, Optionen oder Entscheidungen auf einmal überlasten das Gehirn. Menschen brechen ab, machen Fehler oder treffen suboptimale Entscheidungen.
Wir prüfen auf Grundlage von psychologischen Erkenntnissen zu Arbeitsgedächtnis und Entscheidungskomplexität
- Sind zu viele Optionen gleichzeitig sichtbar?
- Müssen Nutzer*innen Infos an mehreren Stellen zusammensuchen?
- Ist die Struktur klar – oder muss man raten, wo was ist?
Ziel: Eine Website/App, die Orientierung gibt, statt zu überfordern – und damit faire, verständliche Nutzungserlebnisse schafft.
Accessible – Schließen wir Menschen aus?
Ein typisches Szenario: Jemand mit Sehschwäche will sich für euren Kurs anmelden. Aber die Schrift ist grau auf hellgrau – also für diese Person kaum lesbar. Eine Person hat einen Tremor – und die Buttons sind winzig klein, und für diese Person somit kaum bedienbar. Die Person gibt auf und meldet sich woanders an.
Das Problem: Schlechte Kontraste, zu kleine Elemente, fehlende Beschriftungen oder unklare Strukturen schließen Menschen aus – nicht nur Menschen mit dauerhaften körperlichen Einschränkungen, sondern auch ältere Menschen, gestresste Menschen oder Leute mit schlechtem Internet.
Wir prüfen je nach Paket 1 bis 3 Themen auf Basis des WCAG 2.1 (Level AA) – dem rechtlich bindenden Standard für Barrierefreiheit in Europa (BFSG) – z.B.
- Sind Kontraste stark genug? (Texte, Buttons)
- Sind Überschriften klar strukturiert? (Hierarchie)
- Sind Formulare verständlich beschriftet? (Labels, Fehlermeldungen)
Wichtig: Das ist kein vollständiges WCAG-Compliance-Verfahren (kein technischer HTML-Code-Check, kein Screenreader-Test). Wir konzentrieren uns auf UX- und UI-relevante Barrieren, die ihr realistisch angehen könnt.
Ziel: Eine Website/App, die für möglichst alle nutzbar ist – unabhängig von Fähigkeiten oder Situation (z.B. unterwegs, laute Umgebung, grelles Licht).
Responsible – Manipulieren wir Menschen?
Angenommen, jemand möchte eigentlich keinen Newsletter abonnieren, aber statt einem neutralen “Nein danke“-Button steht da z. B. “Nein, ich möchte keine wichtigen Updates erhalten” oder “Nein, ich verzichte auf kostenlose Infos”. Die Person fühlt sich schlecht – und klickt vielleicht doch auf “Ja”, obwohl sie eigentlich nicht wollte.
Das Problem: Solche Formulierungen nennt man Confirmshaming – sie setzen Menschen unter emotionalen Druck und wollen ein schlechtes Gewissen erzeugen. Viele Organisationen nutzen das unbewusst, weil sie denken “wir wollen doch nur helfen!” Aber: Es kann als Manipulation wahrgenommen werde. Und teilweise ist es sogar rechtlich problematisch (Digital Services Act, DSA)
Wir prüfen auf der Grundlage zur Dark Pattern Forschung und aufgrund psychologischer Erkenntnisse u. a.:
- Sind Dinge vorausgewählt, die es nicht sein sollten?
- Sind wichtige Infos gut auffindbar?
- Werden Menschen unter Druck gesetzt?
- Gibt es Stellen, wo Nutzer*innen besonders anfällig sind solche Dinge zu übersehen?
Ziel: Problematische Muster sichtbar machen, bevor sie zum Problem werden können, egal ob sie bewusst oder unbeabsichtigt entstanden sind
Ethical – Behandeln wir Menschen fair?
Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Bewerbungsformular fragt standardmäßig nach “Herr/Frau” – aber eben nicht nach “divers” oder bietet ein offenes Feld an. Oder eure App/Seite sammelt mehr Daten, als sie eigentlich braucht – ohne das transparent zu erklären wofür z. B. könnten sich Nutzer*innen fragen: Warum wird dafür meine Telefonnummer benötigt?
Das Problem: Versteckte Annahmen (z.B. “alle sind männlich oder weiblich”) unhinterfragte, ggf. eingefahrene Strukturen (z. B. Telefonnummerabfrage ist einfach Standard) sowie fehlende Transparenz bei Datennutzung oder einseitige Darstellungen können Vertrauen und wahrgenommene Fairness verletzen.
Wir prüfen auf Grundlage etablierter Frameworks aus UX-Forschung und ethischer Gestaltungsprinzipien:
- Gibt es Hinweise auf Bias oder Exklusion? (z.B. einseitige Annahmen, fehlende Optionen)
- Ist Datennutzung transparent erklärt?
- Entspricht euer UX ethischen Gestaltungsprinzipien? (z.B. Autonomie, Respekt, Fairness)
Ziel: Eine Website/App, die nicht nur regelkonform, sondern auch fair, respektvoll und vertrauenswürdig ist.
CARE-Pakete im Vergleich
Alle Pakete beinhalten einen Check aller CARE-Dimensionen (Cognitive, Accessible, Responsible, Ethical), einen strukturierten CARE-Report (PDF) mit wissenschaftlicher Fundierung, sowie priorisierte Handlungsempfehlungen (Quick Wins + strategische Empfehlungen).
Essentials
4.900 € zzgl. MwSt.
Dauer: 5 Tage
Für kleine Teams und erste Quick Wins.
Kick-Off & Discovery
60 Min.
Audit-Umfang
max. 8 Seiten / 1 Prozess
Ansichten
1 (Desktop oder Mobile)
Cognitive Audit
✓
Accessibile Audit
1 Thema
Responsible Audit
✓
Ethical Audit
✓
CARE-Report (PDF)
✓
Priorisierte Handlungsempfehlungen (PDF)
✓
Ergebnis Workshop
–
Follow-up-Call
–
Impact
6.900 € zzgl. MwSt.
Dauer: 2 Wochen
Der Sweet Spot für NGOs, Politische & wachsende Organisationen, Stiftungen & Hochschulen.
90 Min.
Audit-Umfang
max. 12 Seiten (in 1-2 Prozessen)
Ansichten
2 (Desktop, Mobile oder Tablet)
Cognitive Audit
✓
Accessibile Audit
2 Themen
Responsible Audit
✓
Ethical Audit
✓
CARE-Report (PDF)
✓
Priorisierte Handlungsempfehlungen (PDF)
✓
Ergebnis Workshop
60 Min.
Follow-up-Call
–
Deep Dive
9.500 € zzgl. MwSt.
Dauer: 4-6 Wochen
Für Impact-Startups & Organisationen mit höherer Komplexität wie z. B. städtische & kommunale Unternehmen.
90 Min.
Audit-Umfang
max. 16 Seiten (in 1-2 Prozessen)
Ansichten
2 (Desktop, Mobile oder Tablet)
Cognitive Audit
✓
Accessibile Audit
3 Themen
Responsible Audit
✓
Ethical Audit
✓
CARE-Report (PDF)
✓
Priorisierte Handlungsempfehlungen (PDF)
✓
Ergebnis Workshop
90 Min.
Follow-up-Call
✓
So läuft der CARE-Check ab
Unverbindlicher Erst-Call (15–30 Minuten)
Wir lernen uns kennen, klären eure Anforderungen und beantworten offene Fragen. Erst dann entscheidet ihr, ob ihr eines der Pakete buchen möchtet.
Kick-off & Discovery (60–90 Minuten)
Wir priorisieren gemeinsam: Welche Prozesse oder Seiten sind am wichtigsten? (z.B. Spendenprozess, Bewerbungsformular, Kursanmeldung)
Analyse (Dauer ist abhängig vom Paket)
Wir führen eine systematische Analyse entlang der vier CARE-Dimensionen durch.
Report & Handover
Ihr erhaltet einen CARE-Report (PDF) mit:
- Executive Summary (Wo steht ihr?)
- Detaillierte Ergebnisse pro Dimension (mit Screenshots)
- Dringlichkeits-Einstufung der Findings
- Priorisierte Handlungsempfehlungen (z. B. Quick Wins, Medium-Term, Strategisch)
Je nach Paket bieten wir zusätzlich einen Ergebnis-Workshop, in dem wir den Report gemeinsam durchgehen und einen Follow-up-Call, in dem wir beispielsweise Fragen während oder nach der Umsetzung besprechen.